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Europa ist ideal für Surftrips: In wenigen Stunden mit Auto oder Flugzeug kommst du von der kantabrischen Küste nach Portugal, von Frankreich nach Marokko oder von Irland auf die Kanaren. Das Problem ist das Board. Jede Saison kommen tausende Boards nach einem Flug oder einer Fahrt auf dem Dach mit gebrochener Nase oder gerissener Kante an. Dieser Guide erklärt, wie du deins schützt, welches Bag zu welcher Reise passt und was du einpacken solltest, damit eine Delle nicht dein Surfen beendet.
Das Boardbag: Socke, Daybag oder Travelbag
- Boardsocke: eine dehnbare Stoffhülle gegen Sonne und Kratzer. Ideal zu Hause und für kurze Wege zum Strand, schützt aber nicht vor Stößen.
- Daybag: 5–6 mm Schaum und eine reflektierende Seite gegen die Sonne. Das Alltags-Bag fürs Auto und den Weg zum Strand.
- Travelbag: 10 mm Polsterung oder mehr, verstärkte Nose und Tail, oft Platz für zwei oder drei Boards. Das brauchst du fürs Flugzeug.
- Coffin Bag: ein großes Travelbag mit Rollen für drei oder vier Boards plus Neoprenanzug. Für lange Reisen oder Gruppen.
Wähl das Bag immer etwa 10–15 cm länger als dein Board, damit es ohne Finnen und ohne Zug am Reißverschluss hineinpasst.
Boardsocke
Schützt zu Hause und im Van vor Sonne und Kratzern. Leicht und günstig.
Bei Amazon ansehenTravelbag für zwei Boards
Dicke Polsterung und Verstärkungen: das Bag zum Aufgeben. Mit zwei Boards lohnt sich die Gebühr viel mehr.
Bei Amazon ansehenIm Flugzeug: so verpackst du das Board
Das Gepäckpersonal weiß nicht, was im Bag ist, und es ist ihm egal. Geh davon aus, dass es geworfen, gestapelt und angestoßen wird, und pack entsprechend:
- Schraub die Finnen ab und steck sie mit dem Finnenschlüssel ins Bag. Bei einlaminierten Finnen schützt du sie mit Schaumstoffstücken.
- Schütz Nose, Tail und Kanten mit längs aufgeschnittenen Poolnudeln, Rohrisolierung oder Luftpolsterfolie. Diese drei Stellen brechen am häufigsten.
- Nutze Neoprenanzug und Handtücher als Polster rund ums Board, nicht in der Mitte gestapelt.
- Bei zwei Boards legst du etwas Weiches dazwischen, damit sie nicht aneinanderreiben.
- Bring ein Etikett an mit Name und Telefonnummer und schreib groß FRAGILE drauf. Hilft nicht immer, kostet aber nichts.
- Fotografier das Board vor dem Einchecken: Kommt es kaputt an, brauchst du die Fotos für die Reklamation bei der Airline.
Pack immer ein kleines Reparaturset und Reparaturband ein: Eine kleine Delle lässt sich am Strand reparieren und rettet den Trip.
Was die Airlines verlangen
Fast alle europäischen Airlines behandeln ein Surfboard als Sportgepäck, mit einer Gebühr pro Strecke, die bei Billigfliegern meist zwischen 40 und 75 € liegt und bei manchen klassischen Airlines, besonders auf Langstrecken, über 100 € gehen kann. Die Bedingungen ändern sich oft, also prüf vor dem Buchen immer:
- Die maximale Länge: Viele Airlines akzeptieren bis 2,77 m (9'1"), andere setzen die Grenze bei 3 m oder weniger. Ein Longboard passt eventuell nicht.
- Das Höchstgewicht des Bags, meist zwischen 20 und 32 kg.
- Wie viele Boards pro Bag erlaubt sind (manche erlauben nur eins, andere bis zu drei).
- Ob du den Platz vorher reservieren musst: In kleinen Flugzeugen ist Platz für Sportgepäck begrenzt.
Bezahl das Sportgepäck bei der Buchung oder online: Am Schalter am Flughafen ist es meist deutlich teurer.
Mit dem Auto: Softrack oder Dachträger
Für Autoreisen gibt es zwei Möglichkeiten. Softracks sind zwei gepolsterte Rollen, die durch das Wageninnere über die Türen festgezurrt werden: Sie passen auf jedes Auto, liegen im Handschuhfach und sind perfekt für kurze und mittlere Strecken. Für lange Fahrten oder Autobahntempo sind Dachträger mit gepolsterten Auflagen besser.
- Leg das Board mit dem Deck nach unten und der Nose nach hinten, die Finnen nach oben und nach vorn.
- Nimm Surf-Spanngurte mit geschützter Schnalle, nie Gummispanner. Dreh den freien Teil des Gurts einmal ein, dann summt und vibriert er nicht.
- Kontrollier die Gurte zehn Minuten nach der Abfahrt und bei jedem Stopp.
- Lass das Board im Bag oder deck zumindest das Deck gegen die Sonne ab: Im Sommer schmilzt das Wachs auf dem Dach.
Softrack fürs Autodach
Für jedes Auto ohne Dachträger. In zwei Minuten montiert und im Handschuhfach verstaut.
Bei Amazon ansehenIm Van und auf dem Parkplatz
Im Van reist das Board am besten liegend, im Bag und so gesichert, dass es in Kurven nicht rutscht. Boards im Auto in der Sonne werden sehr heiß: Das Wachs schmilzt, und bei EPS-Boards kann die Hitze sogar das Laminat vom Schaum lösen (Delamination). Lass immer ein Fenster einen Spalt offen oder deck die Boards mit einem hellen Handtuch ab.
Statt den Autoschlüssel unter einem Reifen zu verstecken (den Trick kennt jeder, auch Diebe), ist ein Schlüsselsafe mit Zahlencode an der Tür oder der Anhängerkupplung die bequemste Lösung. Und eine mobile Dusche mit ein paar Litern, um nach der Session das Salz abzuspülen, ist auf einer langen Reise purer Luxus.
Schlüsselsafe fürs Auto
Autoschlüssel mit Code wegschließen und entspannt rauspaddeln.
Bei Amazon ansehenMobile Autodusche
Süßwasser für dich, Anzug und Board auf jedem Parkplatz. In der Sonne wärmt sich das Wasser von selbst.
Bei Amazon ansehenPackliste für den Trip
- Board im Bag, mit Schutz an Nose, Tail und Kanten.
- Finnen und Finnenschlüssel, wenn möglich ein Ersatzset.
- Ersatz-Leash und Wachs für die Wassertemperatur am Ziel (siehe Neopren-Guide).
- Neoprenanzug, Schuhe und je nach Jahreszeit Handschuhe und Haube.
- Reparaturset und Notfall-Reparaturband.
- Surfponcho, Tasche oder Eimer für den nassen Anzug und Zink-Sonnenschutz.
- Gurte, Softrack und Schlüsselsafe, wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist.
Finnenschlüssel und Ersatzschrauben
Klein, billig und das Erste, was auf einer Reise verloren geht.
Bei Amazon ansehenLieber ohne Board reisen? Viele Shaper im Verzeichnis verleihen oder verkaufen Boards vor Ort: eine gute Gelegenheit, einen neuen Shape zu testen und das Geld in der lokalen Surfszene zu lassen.